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Donnerwetter war das ein Jahr

Die Pferdefrau

Zumindest ist es mein ereignisreichstes Jahr geworden, seit ich denken kann! Begonnen hat es mit der Neugestaltung meiner Wohnung in Richtung: „Hier wohnt ein vielfältiges Zeichen- und Malweib.“

Dann begann meine Reisezeit mit Plauen im Vogtland, wo ich nicht nur meinen Bruder zum ersten Mal besuchte, sondern auch meine 25. Einzelausstellung im Altmarkt-Café feierte. Die für meine Verhältnisse (wage-)mutigste Unternehmung: Meine erste Autofahrt in die Toskana. Da hatte ich mich ganz gut selbst ausgetrickst, denn als ich den Workshop buchte und bezahlte war ich noch mit meinen mangelhaften Geografiekenntnissen der Meinung, mein Reiseziel läge so ungefähr links neben der Schweiz. Da war aber kein Zurück mehr möglich (Gott sei Dank!). Außerdem ging es in diesem Kurs auch um Astrologie; und so stellte ich eben meinen Glücksplaneten gleich mal auf die Probe, vertraute auf die Endlichkeit unserer Erde und kam gut an am Mittelmeer.

Da alles so gut geklappt hatte, startete ich meine erste Sommerreise nach vielen Jahren, ca. dieselbe Strecke, aber diesmal nach Norden, nach Dänemark an die rauhe Nordsee, die mich mit „Nächtlichem Meeresleuchten“ völlig verzauberte. Weitere acht Reisen innerhalb Deutschlands folgten noch!

Die ganze Zeit begleitete mich die Zentaurin, die starke Frau/das starke Weib. Die Serie meiner Bleistiftzeichnungen umfasst inzwischen an die 40 Blätter und ist noch nicht zu Ende. Die Ölmalpinsel trocknen z. Zt. dagegen ein. Nach meinem Feierabend und dem Ritt – nein, nicht über den Bodensee, sondern nur auf der A5, aber mit der sonderbaren Gabe der Selbstdisziplin zum Einhalten von Geschwindigkeitsbegrenzungen (Spezies: Gemeine Kriechschnecke mit klammem Konto aber top gepflegten Nerven) war ich mit abnehmendem Sonnenlicht nur mehr in der Lage mithilfe von Stick-, Strick- oder Häkelnadel einen Faden zu bewegen. Das erschien mir zunehmend als „Nichts“, doch im Anbetracht dieses Jahresrückblickes bin ich doch selbst über mich erstaunt. Dieses Jahr hatte ich viel zu lernen, in zwei weiteren Bildungswochen auf Burg Fürsteneck sowie aus mir selbst und über mich selbst.

„Es fällt mir schwer mich in Worten zu zeigen“ schrieb ich letztes Jahr, und: „Das agile Pferd des Neuen Jahres ruft uns zu: ‚Seid unerschrocken, kühn und provokant!’“ Dieses nach dem chinesischen Horoskop insgesamt lohnende, aktionsreiche aber strapaziöse Jahr des Pferdes will ich mit einer Zeichnung aus dieser Reihe in Dankbarkeit verabschieden: „Hey, war ’n rasanter Ritt, Eponia!“

Das Neue Jahr 2003 steht unter der Regentschaft des Schafes

Möge es ein sanftes und ruhiges Jahr werden. Denn von dummen Schafen, manipulierbaren Opferlämmern und Sündenböcken mögen die an materieller Macht hängenden Mächtigen dieser Zeit träumen, doch wenn eine größere Menge (die sog. kritische Masse) an Schafen weiß, wo sie nicht hin will dann haben die Hetzer ausgespielt. Dabei vergesse ich Schaf nur immer noch zu schnell wieder, dass es noch mehr so Denkende und mit dem Einkaufskorb Abstimmende gibt wie mich. Einmal Werbung geguckt und schon schwindet meine Zuversicht. So werde ich mich verstärkt um Bekömmliches, auch im übertragenen Sinne, bemühen, denn das Schaf als Wiederkäuer hat bekanntlich zweimal das Vergnügen.

Das Schaf ist auch, nach den Chinesen, ein Schutzpatron der Künste und fördert alle Kreativität in uns, die wir auch dringend brauchen, denn es rät uns Frieden mit uns selbst zu schließen und verspricht uns dafür eine friedliche Zeit zum Entspannen.

Auch weltpolitisch wirkt es besänftigend, (zur Erinnerung: der Golfkrieg begann vor 12 Jahren am Ende des Pferd-Jahres 1990!). Kriege, internationale Konflikte und Feind-Seeligkeiten(!), mögen sie unter seiner Regentschaft zu einer uns Menschen würdigen Lösung gebracht haben können.

Zeichnung 2003 Von ganzem Herzen