Zeichnung Schlange und Pferd

Ich bin das Pferd

In einem Schlangenjahr begann ich meine Tradition der Grüße zum Neuen Jahr. Jetzt schließt sich der Kreis und ein neuer beginnt.

Lange überlegte ich eine neue Art, neue Bilder aus einem anderen Kulturkreis zu wählen. Aber wie man sieht, bin ich meiner chinesischen Seite treu geblieben für einen weiteren Reigen der 12 Tiere.

Und ich häute mich, ich schlüpfe aus dem Zitieren des Buches hinaus. Ja, ich gehe über eine neue Brücke und berichte, was mich als Künstlerin so bewegte. Wem es nicht gefällt, der möge mir bitte Bescheid geben; wem es gefällt, der darf mich gerne loben.

Immer auf der Suche nach dem Zusammenklingen von chinesischem Horoskop und dem, was in der Welt draußen geschieht, scheint mir die Schlange am deutlichsten zu sprechen. Diesmal fiel keine Mauer, um ein Wieder-Zusammenkommen möglich zu machen; diesmal fielen z. B. zwei Türme um, einen tiefen Riss offen zu legen: Wer gehört zu wem? Freund oder Feind? Entweder – oder? Und kann man eigentlich diese Fragen noch so in dieser Form überhaupt stellen, wenn man ehrlich ist? Ist es nicht viel mehr das Sowohl-als-auch, das den Riss zwischen mir und meinen Mitmenschen noch mehr vergrößert? Ich empfinde es jedenfalls so. Die „…“ sind sowohl „Freunde“ als auch „Feinde“, und bei den Fundamentalisten gibt es nicht nur Muslime und Juden, sondern auch Christen.


 

Ich habe in diesem Jahr meine Aufgabe als „Brückenfrau“ erkannt. Brücken braucht man da, wo etwas Getrenntes eine Verbindung will. In meinem Beruf darf ich dabei sein, wenn ein Mensch wieder in Verbindung tritt mit seiner ureigenen Schöpfungskraft, mal eine provisorische Hängebrücke konstruiert, aber auch eine solide, tragfähige Brücke aufbauen kann. So bin ich an meinem Platz in der Klinik ganz richtig. Dort treffe ich die Menschen, die, sich am Ende ihrer Fähigkeiten wähnend, feststellen, dass es nur eines mutigen Schrittes bedarf, um eine erweiterte Dimension ihrer selbst sich zurück zu erobern. Ich darf dann beim Ausbau dieser Brücke und den ersten Erkundungsausflügen Hilfestellung geben. So erweiterte sich in den vergangenen 19 Jahren auch mein Horizont dank dieser Begegnungen sehr weit. Danke Euch allen!

Gesundheit und Glück

Ich bin das Kaleidoskop des Geistes.
Ich gebe Licht, Farbe und Antrieb.
Ich denke, ich sehe,
getrieben von fließender Energie.
Beständig nur in meiner Flüchtigkeit,
unbehindert von profanen Hemmnissen,
ungezügelt von festen, bindenden Zielen,
jage ich ungebunden über unberührte Pfade.
Mein Geist ist ungezähmt –
meine Seele für immer frei.

Ich bin das Pferd.

(aus: Theodora Lau „Das große Buch der chinesischen Astrologie“)


 

In meiner eigenen künstlerischen Arbeit war dieses Jahr wieder Ölmalen in Schichttechnik mein Favorit. Immer klarer wird, dass ich mich in meinen Bildern dem weiblichen Prinzip in seiner immensen Vielfalt und Kreativität widme; die Naturgewalt des Feuers, des Wassers, des Vulkans, des Erdbebens in Weibsgestalt – da bin ich in meinem Element!

Es fällt mir schwer, mich in Worten zu zeigen, doch die Schlange lässt mich nicht aus!
„Kein Jahr für Zauderer!“ sagte sie uns für das nun scheidende Jahr. Und das agile Pferd des Neuen Jahres ruft uns zu:
„Seid unerschrocken, kühn und provokant!“
… Na dann!